Versandablauf in die Schweiz


Nach meinem heutigen Telefonat mit der Eidgenössischen Zollverwaltung verhält sich das Procedere wie folgt:
Grundsätzlich kann es theoretisch sein, dass Pakete unkommentiert durchgehen.
Im Falle, wie es die Eidgenössische Zollverwaltung schildert sieht es jedoch wie folgt aus:
Im Beispiel mit dem Mitarbeiter der schweizer Behörde sind wir von einem Warenwert von 1000 € ausgegangen, um es mit glatten Beträgen zu rechnen.
Versender in unserem Beispiel ist der DHL.
Bestellt ein schweizer Bürger in Deutschland Waren, so erfolgt die Abgabe des deutschen Unternehmers OHNE Berechnung der deutschen Mehrwertsteuer von 19%.
Also rein netto.
Im DHL Paketzentrum auf schweizerischem Staatsgebiet angekommen, durchlaufen der Großteil aller Pakete die gesetzliche Zollkontrolle.
Der DHL beschäftigt sogenannte Zollagenten, deren Aufgabe es ist, die Paketbegleitschreiben (Zollinhaltserklärungen) zu kontrollieren.
Auf deren Basis wird die schweizerische Mehrwertsteuer bestimmt. Das sind aktuell 8% des GesamtNETTO-Paketwertes. Dazu zählt ebenfalls der Versandkostenanteil des 
Transporteurs. In unserem Beispiel der DHL.
In diesem Falle beträgt der zu zahlende schweizerische Mehrwertsteuersatz 8% (also 80%). Hinzu kommen ein geringer Verwaltungskostenanteil des DHL bzw. des Zolls.
An dem Beispiel von 1000 € Netto-Warenwert berechnet, gab mir die Eidgenössische Zollverwaltung die zu zahlenden Abgaben für diese Sendung mit ca. 110 CHF an.
Diese Abgaben werden bei Aushändigung des Paketes direkt vom Transporteur (DHL) entgegengenommen.
Als Beleg hierfür erhält der Empfänger eine sogenannte Veranlagungsverfügung Mehrwertsteuer sowie eine Veranlagungsverfügung Gebühren.
Beide Dokumente können der Buchhaltung des schweizerischen Empfängers beigefügt werden und steuerlich geltend gemacht werden.
Des weiteren dient die Veranlagungsverfügung Mehrwertsteuer dazu, den dort gezahlten Mehrwertsteuerbetrag von 8% (in unserem Beispiel 80€) im Rahmen einer
Vorsteuerabzugsberechtigung in der Schweiz (sofern unternehmerisch vorhanden) buchhalterisch geltend zu machen und zurückzuerhalten.
Mit diesem Verfahren gelangen sämtliche Waren legal in die Bücher des schweizer Unternehmers, der sie dann unter Berechnung der schweizer Mehrwertsteuer an seinen Endkunden 
weiter veräussern kann, wenn er möchte.
Für den Privatkunden hat es auf Grund der niedrigen schweizerischen Mehrwertsteuer nur Vorteile.
Rechnet man in diesem Beispiel alle entstandenen Gebühren zusammen, dann hat man anstelle der deutschen Mehrwertsteuer (19%) beim Versand in die Schweiz nur insgesamt 11% an Gebühren bezahlt. 
Aus verwaltungsökonomischen Gründen werden Steuerbeträge bis 5 CHF nicht erhoben.
Dieser Steuerbetrag entspricht einer Bemessungsgrundlage von 62 CHF beim MWST-Satz von 8 % oder 200 Schweizerfranken beim MWST-Satz von 2,5 %.